31.07.2015

Landesamt für Archäologie Sachsen vertieft wissenschaftlichen Austausch mit der Dostojewski-Universität Omsk

Die Fachvorträge (hier von Dr. Ingo Kraft) fanden vor den Studierenden im Grabungs-Camp statt. Dr. Irina Schmidt von der Universität Omsk dolmetscht. 
© Landesamt für Archäologie

Sächsische Archäologen nehmen an Ausgrabung in Sibirien teil und halten Fachvorträge.

Vom 20.07.2015 bis 26.07.2015 reisten zwei Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie Sachsen, Dipl.-Ing. Christof Schubert und Dr. Ingo Kraft, auf Einladung der Dostojewski-Universität Omsk (Russland) nach Sibirien. Die sächsischen  Archäologen nahmen an einer Lehrgrabung der Universität Omsk, Abteilung Geschichte/Archäologie, in der Nähe des Dorfes Chernoozerye, Oblast Omsk, etwa 120 km nördlich von Omsk teil. Die Fundstelle ist seit den 1960er Jahren bekannt und weist u.a. Funde aus der Bronzezeit (Chernoozerye I) und der ausgehenden Altsteinzeit (Chernoozerye II) auf. Sie liegt unweit des Flusses Irtysch, auf einer der Flussterrassen am linken Ufer.

Nachdem eine russische Delegation Anfang 2014 die Arbeitsweise des Landesamtes für Archäologie in Sachsen kennen gelernt und eine sächsische Delegation im Mai 2014 einen Gegenbesuch abgestattet hatte, war es nun an der Zeit die Vorgehensweise der russischen Kollegen im Feld kennenzulernen. Zudem sollten Herr Dipl.-Ing. Schubert und Herr Dr. Kraft bei der Erstellung eines Geländemodells mittels Quadrocopter helfen sowie OSL (Optisch Stimulierte Thermoluminiszens)-Proben aus den archäologischen Schichten entnehmen.

Dipl.-Ing Christoph Schubert bei den Startvorbereitungen für den Quadrocopter, ...
Dipl.-Ing Christoph Schubert bei den Startvorbereitungen für den Quadrocopter, ...  © Landesamt für Archäologie

Die Aufnahme im Grabungscamp, das aus drei Wissenschaftlern der Uni Omsk und etwa 30 Studierenden aus der Oblast Omsk und Kasachstan bestand, war sehr freundlich, ja herzlich. Neben den Feldarbeiten wurden von Herrn Dr. Kraft und Herrn Dipl.-Ing. Schubert mehrere Vorträge zur Archäologie Sachsens, zum Denkmalschutzgesetz und zur Grabungstechnik in Sachsen gehalten. Das Interesse der Studenten und der Wissenschaftler war sehr groß. In den anschließenden, lebhaften Diskussionen, wurde vor allem beklagt, dass dem Denkmalschutz in Russland, wie auch in Kasachstan, keine so große Rolle beigemessen wird. Die Tatsache, dass jedes Bundesland in Deutschland eine eigene Denkmalschutzbehörde hat und jedes Bundesland ein eigenes Gesetz zum Denkmalschutz erstaunte die Zuhörer.
 

... dessen Flug von den Studierenden aufmerksam verfolgt wird.
... dessen Flug von den Studierenden aufmerksam verfolgt wird.  © Landesamt für Archäologie

Auf russischer Seite wurden die Ausgrabungsarbeiten durchgeführt und beendet. Zudem wurden zahlreiche interessante Vorträge zur Archäologie, Geomorphologie und Sedimentologie des Fundplatzes gehalten. Die Reise nach Sibirien und der dadurch gegebene intensive Kontakt mit den russischen Kollegen hat nicht nur die fachliche Seite der wissenschaftlichen Kooperation zwischen dem LfA Sachsen und der Universität Omsk vertieft, sie hat auch zu einem deutlich besseren Verständnis der jeweiligen Lebens- und Arbeitssituationen beigetragen. Von deutscher Seite aus war es beeindruckend zu beobachten, mit wieviel Fleiß, »Herzblut« und Pragmatismus schwierige logistisch / finanzielle Verhältnisse kompensiert und die Grabungen zu einem erfolgreichen Abschluss geführt wurden.


Im August und September 2015 werden zwei Wissenschaftlerinnen der Universität Omsk im Rahmen eines DAAD-Stipendiums nach Sachsen kommen und beim Landesamt für Archäologie u.a. Ausgrabungs- und Dokumentationstechniken studieren.

I.Kraft, C. Schubert

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