Hauptinhalt

Presse

Ausgrabungen auf dem Gelände eines ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers

Pressetermin am 30. 4.2026

Archäologische Untersuchungen auf dem Gelände des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers »Mangold«  in Leipzig

In der heutigen Diezmannstraße 12 im Leipziger Stadtteil Kleinzschocher befindet sich ein brach liegendes Grundstück, das wieder bebaut werden soll. Im Vorfeld der geplanten Bebauung untersucht das Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) noch bis Mai 2026 die Fläche. Die bisherigen Ergebnisse wurden heute bei einem Ortstermin der Presse präsentiert.
Auf dem Areal befand sich ein unter der NS-Herrschaft im Oktober 1942 in Betrieb genommenes Lager für zivile Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus ganz Europa und der Sowjetunion. Nach Kriegsende diente die Anlage zunächst als Lager für Displaced Persons und anschließend bis 1950 als Quarantänelager für deutsche Flüchtlinge aus dem Osten.
Die Ausgrabung soll nun offene Fragen zur baulichen Entwicklung des Lagers und den Lebensumständen der dort untergebrachten Menschen beantworten helfen.

3000 Jahre alte Hausgrundrisse wie gemalt!

Pressetermin am 30.03.2026

Am heutigen Tag präsentierte das Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) der Presse die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen im Vorfeld des Baus der Ortsumgehung von Wellaune, bei Bad Düben.
Ein bis zu zehnköpfiges Team hat unter der Leitung von Dr. Kathrin Balfanz die exzellent erhaltenen Reste eines Siedlungsplatzes aus der späten Bronzezeit entdeckt. In der Zeit um 1300 bis 1100 vor Christus haben an dieser Stelle sesshafte Menschen rechteckige Langhäuser in Pfostenbauweise errichtet. Selbst erfahrene Archäologinnen und Archäologen staunen über den ausgesprochen guten Erhaltungszustand der vollständig überlieferten Hausgrundrisse, wie er in Sachsen einzigartig ist. Aus der Vogelperspektive setzen sie sich präzise vom anstehenden Boden ab und sehen aus, wie gemalt. 
Neben der bronzezeitlichen Siedlung fand man auch Reste einer frühkaiserzeitlichen Ansiedlung aus dem 1. bis 2. Jahrhundert nach Christus.   

Hügelgräber in der Laußnitzer Heide

Pressetermin am 26.03.2026

Am heutigen Tag präsentierte das Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) der Presse die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen im Kieswerk Ottendorf Okrilla.
Das Kieswerk erschließt neue Abbauflächen in der Laußnitzer Heide. Aus diesem Grund führte das LfA seit August letzten Jahres in diesen Bereichen archäologische Ausgrabungen durch, die nun kurz vor ihrem Abschluss stehen.

Ein siebenköpfiges Team hat unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. des. Matthias Conrad auf einer Fläche von ca. 7,2 ha einen Bestattungsplatz mit Hügelgräbern vom Ende der Jungsteinzeit (2750 -2200 vor Christus) entdeckt. Untersucht wurden zehn Grabhügel aus der Kultur der Schnurkeramik, die mit ausgesprochen reichen Begaben ausgestattet waren. Die Entdeckung diese Fundplatzes ist für die sächsische Landesarchäologie von großem wissenschaftlichem Wert. Die letzte Gelegenheit, Hügelgräber aus dieser Kultur in Sachsen zu untersuchen, liegt mehr als 40 Jahre zurück.

Älteste Münze Sachsens gefunden

Erstpräsentation einer 2200 Jahre alten keltischen Goldmünze im Beisein der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch

Am heutigen Tag präsentierte das Landesamt für Archäologie Sachsen der Presse im Beisein der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch eine 2200 Jahre alte keltische Goldmünze. Gefunden hat dieses bemerkenswerte Stück im Juli dieses Jahres ein vom Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) zertifizierter, ehrenamtlicher Sondengänger auf einem Feld bei Gundorf, nordwestlich von Leipzig.
Vergleichbare Münzen finden sich im keltisch geprägten Nordböhmen. Da Sachsen außerhalb der keltischen Siedelgebiete liegt, belegt die Münze einmal mehr die Kontakte, die bestanden haben.
Die zwei Gramm schwere Münze ist aus fast reinem Gold und datiert in das 3. Jahrhundert vor Christus. Sie ist damit zurzeit die älteste Münze, die jemals in Sachsen gefunden wurde.