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Archiv 2018

01.06.2018 - Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange besichtigt sensationellen Fund im Landesamt für Archäologie Sachsen.

Bild

Staatsministerin Dr. Stange ließ sich durch die Restauratorin Liane Albrecht-Kramer die Verfahrensweise der Holzkonservierung erklären.
(© Landesamt für Archäologie)

Ältestes Hauerstühlchen Europas wurde vor kurzem in einem mittelalterlichen Bergwerk in 20 Metern Tiefe unter Dippoldiswalde entdeckt.

Staatsministerin Dr. Stange besuchte heute das Landesamt für Archäologie Sachsen und ließ sich von Landesarchäologin Dr. Regina Smolnik den sensationellen Fund erläutern. Das fast vollständig erhaltene, ursprünglich dreibeinige Stühlchen, ist nur 25 cm hoch und diente den Bergleuten unter Tage als Sitzgelegenheit. Obgleich solche Stühlchen sicherlich weit verbreitet waren, hatte sich bislang keines im archäologischen Zusammenhang erhalten. Auch bildliche Darstellungen der Nutzung unter Tage sind nicht bekannt. Die Archäologen des Landesamtes waren sich daher der großen wissenschaftlichen Bedeutung des Fundes sofort bewusst.

Das Hauerstühlchen aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist das einzige seiner Art, das nachweislich aus dem archäologischen Kontext eines mittelalterlichen Bergwerks stammt.

»Dieser außergewöhnliche Fund ist das Ergebnis der intensiven Forschung des vom Landesamt für Archäologie Sachsen betreuten internationalen EU-Projektes ArchaeoMontan. Das Projekt hat die Erforschung des mittelalterlichen Bergbaus in Sachsen und Böhmen durch seine fundierte Arbeit in den zurückliegenden Jahren auf ein völlig neues Niveau gehoben und weit über Sachsen hinaus bekannt gemacht« betont Staatsministerin Dr. Stange.

Bild: Große Holzteile werden in vulominösen Wannen eingelegt. v.l.nr.: Dr. Christiane Hemker Projektleiterin ArchaeoMontan, Staatsministerin Dr. Stange, Lian Albrecht-Kramer, Restauratorin.

Große Holzteile werden in vulominösen Wannen eingelegt. v.l.nr.: Dr. Christiane Hemker Projektleiterin ArchaeoMontan, Staatsministerin Dr. Stange, Lian Albrecht-Kramer, Restauratorin. 
(© Landesamt für Archäologie)

Landesarchäologin Dr. Smolnik hebt hervor: »Die mittelalterlichen Bergwerke in Sachsen halten immer wieder spannende neue Details für uns bereit. Gerade solche alltäglichen Dinge wie dieser hölzerne Hocker bringen uns die Menschen besonders nahe, beleuchten ihre Arbeits- und Lebensumstände und geben der Forschung mehr Impulse als mancher Schatzfund.«

Die Bergung solch wichtiger Funde wird vor allem durch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Bergsicherung Freital und dem Sächsischen Oberbergamt ermöglicht. Das Objekt ist jedoch äußerst empfindlich. Um den Fund zu retten, müssen die Restauratoren sofort tätig werden und das nasse Holz vor dem Austrocknen bewahren. Es wird einige Monate dauern, bis es stabilisiert ist.

Es ist geplant, das Hauerstühlchen nach Abschluss der Konservierung im neuen »Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge im Schloss Dippoldiswalde« auszustellen. Die Eröffnung des Museums ist für den 23. August 2018 vorgesehen.
  


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