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Archiv 2017

19.01.2017 - Das Areal des Dresdner Zwingers bis zur Fürstenhochzeit 1719

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Übersicht zu den Befunden im Bereich des Dresdner Zwingers
(© Landesamt für Archäologie)

…von Stadtbefestigungen, höfischen Festbauten und barocken Gärten.

Im Vorfeld der anstehenden Sanierung des Zwingerhofes initiierte das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB DD1) sowie das Landesamt für Archäologie Sachsen (LfA) umfangreiche Recherchen in den Archiven. Zur Überprüfung und Erfassung der erhaltenen archäologischen und bauhistorischen Befunde wurden außerdem zwischen Oktober 2013 und April 2014 vier große Flächensondierungen im Hof ausgeführt. Darüber hinaus komplettierte im Anschluss daran eine Bodenradaruntersuchung des gesamten Zwingerhofes die bis dahin nur partiell aufgedeckten Befunde.

Ziel der Voruntersuchung war das Erfassen der historischen Bebauung und der Hofgestaltungen im Areal des Dresdener Zwingers über das bekannte Maß hinaus.

Bisher ging man davon aus, dass der Zwingerhof ab seiner Fertigstellung zur Fürstenhochzeit 1719 als Fest- und Turnierplatz genutzt wurde, den man in der spielfreien Zeit mit den zahlreichen exotischen Bäumen der königlich kurfürstlichen Orangerie in einen Garten Eden verwandelte. Der Platzcharakter bedingte, dass es anfangs keinerlei feste Einbauten oder rahmende gärtnerische Gestaltungen gab, die sich störend auf Feierlichkeiten auswirken konnten. Trotz erster Rasenflächen ab den 1730er Jahren blieb dieses Konzept bis weit in das 19. Jahrhundert hinein bestehen und wurde erst dann durch eine feste Bepflanzung abgelöst.

Bild: Befunde von 1715 bis 1718/19

Befunde von 1715 bis 1718/19 
(© Landesamt für Archäologie)

Die neueren Forschungen zeigten nun, dass sich unter dem Zwingerareal neben vier Stadtmauern aus der Zeit bis zum 16. Jahrhundert auch verschiedene höfische Festbauten des 17. Jahrhunderts sowie Gartenanlagen des frühen 18. Jahrhunderts erhalten haben.

Bestätigt wurde nicht nur die Existenz eines bislang nicht bekannten Broderieparterres aus der Entstehungszeit des Zwingers, sondern auch, dass der Garten bis zur Einebnung im Jahre 1718/19 verschiedene Umgestaltungen erfahren hatte. Darüber hinaus konnten Interimsarchitekturen in Form von Tribünen und Podesten durch eingegrabene Balkenkonstruktionen festgestellt werden, die bei der Fürstenhochzeit 1719 sowie späteren Festlichkeiten im 18. Jahrhundert Verwendung fanden.

Aufgrund der neu gewonnenen Kenntnisse, die ein völlig neues Bild auf die Entstehung des Zwingers werfen, wird die kommende Sanierung des Zwingerhofes weiterhin entscheidend durch das Landesamt für Archäologie Sachen begleitet werden.

Dr. Hartmut Olbrich


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