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3D Projekt »Charonspfennige«

Mit dem 3D Scanner auf den Spuren von Varus und seinen Legionen

»Charonspfennige: Kann HR-3D-Scanning von Gegenstempeln auf römischen Münzen helfen, ein »Bewegungsprofil« der Legionen des Varus in den letzten Monaten vor der Varusschlacht (9 n. Chr.) zu rekonstruieren?« So lautet der volle Titel des Projektes.

Drei Fachleute des LfA, Rengert Elburg, Dipl.-Ing. Thomas Reuter, Dr. Johann-Friedrich Tolksdorf, haben in diesem Frühjahr ein  Preisgeld der Scannerfirma Breuckmann in Meersburg gewonnen, den Breuckmann Award 2014.

Seit vielen Jahren hat das LfA einen Arbeitsschwerpunkt auf der 3D-Dokumentation von Funden und Grabungsbefunden. Seit dem vergangenen Jahr ist auch ein Breuckmann Streifenlichtscanner im Einsatz. Unsere Kollegen dürfen im Rahmen dieser Auszeichnung auch leihweise ein highend Gerät benutzen und haben dazu ein Projekt erarbeitet, das sie nach dem Geldstück tauften, dass die Toten dem Fährmann Charon für die Fahrt über den Unterweltsfluss entrichteten.

Unser Scanner-Team wird nun römische Münzen des Feldherrn Varus untersuchen, die sich durch einen sogenannten Gegenstempel mit der Schrift VAR auszeichnen. Varus hat diese Geldstücke (sog. Asse) als Geschenke an seine Truppen verteilt, als er im Jahr 7 n.Chr. seine Statthalterschaft in Germanien antrat. Das Geld begleitete die Truppen auf ihrem Weg in den Untergang. Auf dem berühmten Schlachtfeld bei Kalkriese in Niedersachsen wurden zahlreiche dieser Münzen aufgefunden.

Die Gegenstempel zeigen beim genauen Hinsehen unterschiedliche Verschleißspuren, die durch die allmähliche Abnutzung des verwendeten Stempeleisens entstanden sind. Ältere Stempelungen sind noch frischer, jüngere bereits verschlissener. Mit dem Hochleistungs-scanner lassen sich diese Spuren im Micrometer-Bereich ausmessen und so evtl. die Reihen-folge der Münz-Ausgabe und ein Bewegungsprofil des Varus und seiner Truppen entlang des Rheins chronologisch verfolgen. Wir wissen zwar, welche Legionen in die Katastrophe  verwickelt waren – die XVII., XVIII., und XIX. Doch welche Aufmarschwege sie nahmen, ist weitgehend unbekannt.

Die Forscher des sind seit dem 3. August auf einer 14 tägigen Reise zu verschiedenen Museen in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Luxemburg aufsuchen, wo sich Varus-Münzen befinden. Sie werden diese Münzen scannen, vermessen, miteinander vergleichen und anhand der Spuren in eine Abfolge stellen. Dieser Ansatz ist bislang noch nicht ausprobiert worden. Er wäre angesichts der eher schlechten Quellenlage über Varus und seine Truppen vor ihrem unglücklichen Zusammentreffen mit den Germanen ein echter Erkennt-nisgewinn.

Das Scanner-Team des LfA dreht an jedem besuchten Ort ein Video. Die Sammlung können Sie im Menüpunkt »Videos 'Auf Varus`Spuren'« ansehen.


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