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Archiv 2015

22.04.2015 - Zwei neue Brunnenfunde vom Abbaufeld Peres

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Die meisten würden das Grabungswerkzeug am ehesten mit einem Besuch beim Zahnarzt verbinden.
(© Landesamt für Archäologie)

In einer ehemaligen Industriehalle südlich von Leipzig werden die neuesten Brunnenblockbergungen Sachsens untersucht.

Für seine Brunnenfunde aus den Tagebauen der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft mbH in Nordwestsachsen hat das Landesamt für Archäologie in den letzten Jahren einige Berühmtheit erlangt. Von den 30 bisher in ganz Europa bekannt gewordenen bandkeramischen Brunnen (um 5.500–5.000 v. Chr.) stammen 13 aus Sachsen. Davon wiederum wurden allein 9 im Tagebauvorfeld Peres entdeckt. Aufgrund guter Erhaltungsbedingungen in den Tiefen der Brunnenschächte traten bei früheren Untersuchungen bereits einzigartige Funde zutage. Die beiden neuesten Brunnen sollen daher ebenso vorsichtig und akribisch ausgegraben und dokumentiert werden. Da dies viel Zeit erfordern wird, wurden sie aufwändig im Erdblock geborgen und in eine ehemalige Industriehalle südlich von Leipzig verbracht. Geschützt vor Wind und Wetter werden die Archäologen in den nächsten Monaten Schicht für Schicht mit Feinwerkzeug abtragen.

Bild: Ein Blick auf die Fläche des in Arbeit befindlichen Brunnens: Die schlängellinienförmigen Holz- oder Rindenreste konnten sich dank des Feuchtbodenmilieus über 7.000 Jahre lang erhalten. Bei den zwei quaderförmigen Blöcken mit »Metallverkleidung« handelt es sich um in die Erde versenkte Schienen für Bodenproben.

Ein Blick auf die Fläche des in Arbeit befindlichen Brunnens: Die schlängellinienförmigen Holz- oder Rindenreste konnten sich dank des Feuchtbodenmilieus über 7.000 Jahre lang erhalten. Bei den zwei quaderförmigen Blöcken mit »Metallverkleidung« handelt es sich um in die Erde versenkte Schienen für Bodenproben. 
(© Landesamt für Archäologie)

Dabei traten bereits gut erhaltene Holz- oder Rindenfunde zutage, deren einstiger Zweck jedoch noch im Unklaren liegt. Das Feuchtbodenmilieu ermöglichte ihre Erhaltung über 7.000 Jahre und da sie nun frei gelegt wurden, müssen sie ständig befeuchtet werden. Noch mindestens 30 cm geht es in die Tiefe. Erfahrungsgemäß konzentrieren sich die Funde kurz über der Brunnensohle. Es bleibt also spannend.
Weitaus mächtiger als der gerade angesprochene und bereits begonnene Brunnen ist jedoch der zweite. Es handelt sich um einen mächtigen Block, der einen auf etwa 2,50 m erhaltenen jungsteinzeitlichen Brunnen enthält – bereits dendrochronologisch datiert auf 5134 v. Chr. Geplant ist, während der Brunnenuntersuchungen eine »Work-In-Progress-Ausstellung« in der Lagerhalle einzurichten. Dabei sollen einige Funde aus früheren Brunnengrabungen ausgestellt werden sowie Führungen zu den aktuellen Untersuchungen an den Brunnen stattfinden.

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Ausstellungen

Bild: smac Logo

Sachsens Schaufenster der Archäologie

Kooperationsprogramm SN - CZ

Bild: EU Logo mit Verweis auf die Europäische Union und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Bild: Logo Archaeomontan

ArchaeoMontan 2018 - Mittelalterlicher Bergbau in Sachsen und Böhmen

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Bild: Interreg Central Europe VirtualArch

Archäologische Gesellschaft in Sachsen e.V.

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Bild: Logo von Dresden Concept

Archäologische Denkmale im Projekt PEGASUS

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Bild: Biehla

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