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Archiv 2005

23.06.2005 - Kooperation zwischen Landesamt und evangelisch-lutherischer Kirchgemeinde ermöglicht Dokumentation der Grabplatten derer von Nitzschwitz in der Kirche Riesa-Gröba

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Blick in das Kirchenschiff während der Ausgrabungen im Juli 2004
(© Landesamt für Archäologie)

Im Juli und August des Jahres 2004 führte das Landesamt für Archäologie Sachsen im Rahmen der Beseitigung von Hochwasserschäden Ausgrabungen im Innenraum der Kirche von Riesa-Gröba durch.

Der Fußboden im Kirchenschiff sollte erneuert werden. Während der Bauarbeiten stießen die Archäologen nicht nur auf die Grundmauern eines romanischen Vorgängerbaus, sondern zu ihrer Überraschung auch auf sieben gut erhaltene Grabplatten von Angehörigen der Adelsfamilien von Nitzschwitz und Vitzthum von Apolda. Die Funde stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Die von Nitzschwitz gehörten zum Meißnischen Niederadel und werden 1412 auf ihrem Stammsitz bei Wurzen erstmals erwähnt. Die Familie war jedoch auch in anderen Regionen Sachsens ansässig.  Der auf Schloss Gröba beheimatete Familienzweig war im Besitz der Patronatsrechte für die Gröbaer Kirche und hatte damit das Privileg, seine Angehörigen direkt im Kirchenraum bestatten zu lassen. Ihre Gräber wurden mit aufwändig gearbeiteten Platten abgedeckt, die ursprünglich sichtbar in den Boden eingelassen waren. Erst im Zuge der Errichtung des barocken Kirchenbaues im Jahr 1720 wurden sie unter einem neu eingebrachten Boden verborgen, wo sie sich bis heute erhalten haben. 
Die  aufgefundenen Platten zeigen Frauen und Männer in der standesgemäßen Kleidung ihrer Zeit. Umlaufende Epitaphen geben Auskunft über die Identität der Verstorbenen. Die einzige Ausnahme bildet der Grabstein des im Alter von 114 Jahren 1580 verstorbenen Christoph von Nitzschwitz. Die Abdeckung seines Grabes ziert keine bildliche Darstellung, sondern eine Inschrift von 25 Zeilen Länge. 
Die Grabplatten des Ehepaares Georg (gest. 1547) und Barbara von Nitzschwitz (gest. 1586) sowie die der Barbara von Vitzthum (gest. 1604) lassen sich der Bildhauerwerkstatt Hans Köhlers d. Ä. in Meißen zuordnen. 
Man verzichtete bei den Ausgrabungen darauf, die Grabplatten zu bergen und in der Kirche aufzustellen, da sie aus konservatorischen Gründen unter dem Kirchenboden am sichersten aufgehoben sind. Hier haben sie bereits die vergangenen Jahrhunderte überdauert und bleiben zudem ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung erhalten.  
Um Besuchern der Kirche diese besonderen Zeitzeugen dennoch sichtbar zu machen, bot das Landesamt für Archäologie Sachsen der Kirchgemeinde an, großformatige Aufnahmen der Funde auf Tafeln in der Kirche zu präsentieren. Die technische Realisierung und grafische Gestaltung übernahm das Landesamt mit Unterstützung der Kirchgemeinde Riesa-West. 
Ab dem 23. Juni 2005  kann man nun die fertige Dokumentation der Grabplatten derer von Nitzschwitz in Augenschein nehmen,  während die Originale wie bisher im Boden des Kirchenschiffes ruhen. 
Eine historische und kunstgeschichtliche Untersuchung der Grabplatten wird das Landesamt für Archäologie gegen Ende des Jahres 2005 veröffentlichen. 

Zur Dokumentation der Grabplatten aus der Kirche Riesa-Gröba:

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