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Bandkeramische Brunnen von Droßdorf, Kr. Leipzig

Untersuchung bandkeramischer Brunnen aus dem Tagebauvorfeld Peres, Gemarkung Droßdorf

Bild: Plan der Grabungsfläche mit Hausgrundrissen und Lage der Brunnenbefunde.

Plan der Grabungsfläche mit Hausgrundrissen und Lage der Brunnenbefunde. 
(© Landesamt für Archäologie)

Nach der Blockbergung beginnt nun die eigentliche Arbeit der Archäologen und Konservatoren.

Seit vielen Jahren begleitet die Archäologische Denkmalpflege, unterstützt von der Mitteldeutschen Braunkohlen Gesellschaft mbH, den Braunkohleabbau im Südraum Leipzig. Im Rahmen der großflächigen Untersuchungen konnten immer wieder spektakuläre Befunde dokumentiert und so für zukünftige Forschungen gesichert werden. Als die Archäologen im Frühsommer 2014 im Vorfeld des Tagebaus Peres im Umfeld einer jungsteinzeitlichen Siedlung insgesamt neun Brunnenbefunde aus unterschiedlichen Epochen zwischen dem 4. und dem 6. Jahrtausend v. Chr. mit zum Teil sehr gut erhaltenen organischen Materialien entdeckten, wurde schnell deutlich, dass eine angemessene wissenschaftliche Auswertung und Konservierung nicht allein vor Ort durchzuführen war. Daher wurde beschlossen, zwei der Brunnen im umgebenden Sedimentblock zu bergen und zur weiteren Untersuchung in eine Halle zu transportieren. Als besondere Herausforderung erwies sich dabei die Bergung des Brunnenblockes 9, der mit einem Gesamtgewicht von 30t nur unter großem technischem Aufwand zu heben war. 

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Bild: Herausheben des Bergungsblockes (2,3 x 2,3 m x 2,5 m; 30 t) am 10.09.2014.

Herausheben des Bergungsblockes (2,3 x 2,3 m x 2,5 m; 30 t) am 10.09.2014. 
(© Landesamt für Archäologie)

Eine erste Analyse am Wuchsringmusters des Bauholzes ergab bereits, dass dieses Bauholz für die zimmermannstechnisch sehr aufwändige Kastenkonstruktion im Jahr 5134 v.Chr. gefällt wurde. Damit gehört der Brunnen in eine Zeit, in der sich mit der Sesshaftwerdung und dem Beginn von Ackerbau und Viehzucht ein großer Umbruch in dieser Region erkennen lässt. Nach der Verzierungsart der nun erstmals auftretenden Keramik wird diese Kultur von den Archäologen als "Linienbandkeramik" bezeichnet.
Bild: Geborgene Einzelhölzer mit "konservatorischer Erstversorgung" durch luft- und wasserdichte Folienverpackung.

Geborgene Einzelhölzer mit "konservatorischer Erstversorgung" durch luft- und wasserdichte Folienverpackung. 
(© Landesamt für Archäologie)

Dass die feuchten Brunnensedimente mit ihren ausgezeichneten Erhaltungsbedingungen eine wahre Schatzkammer der Archäologie bieten, zeigten bereits die Untersuchungen des ebenfalls als Sedimentblock geborgenen Brunnens der gleichen Zeitepoche vom Leipziger Flughafen (Altscherbitz). Aus dessen Inhalt konnten filigrane organische Objekte geborgen werden, die heute zu den wissenschaftlich wertvollsten Objekten des Staatlichen Museums für Archäologie Chemnitz (smac) gehören. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass auch die Brunnen von Droßdorf bei sorgfältiger Analyse noch einige Überraschungen zum Leben der ersten Bauern vor mehr als 7000 Jahren liefern werden. Eine sachgerechte Ausgrabung und insbesondere Erhaltung dieser einmaligen Brunnenbefunde zu gewährleisten wird daher das Ziel der kommenden Monate sein.

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