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Archiv 2012

13.11.2012 - Das Königsgrab von Seddin unter dem Scanner

Bild

Die spektakulären Grabbeigaben aus dem »Königsgrab von Seddin«.
(© Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Landesmuseum für Vorgeschichte)

Erstmals wird das Königsgrab von Seddin mit moderner 3D-Scannertechnik dokumentiert und der Forschung digital zur Verfügung gestellt.

Das berühmte »Königsgrab von Seddin« im heutigen Brandenburg sucht in Europa Seinesgleichen. In der späten Bronzezeit, um 850 v. Chr., wurde hier eine hochrangige Persönlichkeit in einem äußerst aufwändigen Monumentalgrab bestattet. Noch heute misst der Grabhügel rund 65 m im Durchmesser und ist rund 10 m hoch. Im Inneren der Grabkammer fand sich eine spektakuläre Grabausstattung, denn im Gegensatz zu den üblichen Sitten wurde die Asche dieses Herrschers in einer kunstvoll verzierten Urne aus Bronze bestattet die ihrerseits in eine monumentale tönerne Urne gestellt worden war. Neben ihm fanden sich die Urnen einer Frau und einer weiteren jungen Person. Unter den Beigaben treten zwei reich dekorierte bronzene Schalen und eine Bronzetasse hervor. Dem Toten wurden standesgemäß Schwert, Messer, Beil, Lanzenspitze und ein Rasiermesser mit auf die letzte Reise gegeben. Außerdem nahm er eine damals seltene und hochmoderne eiserne Nadel mit ins Jenseits – ein Hightech-Produkt. Noch im Tode prunkte der Herrscher also mit seinem ungeheuren Reichtum.  

Im Rahmen einer Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und der Stiftung Stadtmuseum Berlin stellt das Landesamt für Archäologie Sachsen seine langjährige Erfahrung in der 3D-Objekterfassung zur Verfügung, um die wertvollen Funde zu dokumentieren und allgemein nutzbar zu machen.

In einem nächsten Schritt wird vorr. im Dezember/Januar der Hortfund von Herzberg gescannt werden, dessen Urne eine direkte Parallele zum Seddiner Fund darstellt.

 

Bild: Die kunstvoll verzierte Urne aus Bronze aus dem »Seddiner Königsgrab« wird für den 3D-Scan vorbereitet.

Die kunstvoll verzierte Urne aus Bronze aus dem »Seddiner Königsgrab« wird für den 3D-Scan vorbereitet. 
(© Landesamt für Archäologie)

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