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Archiv 2010

17.12.2010 - Gruben auf Flussinseln

Bild

Die Grabungsarbeiten finden unmittelbar hinter dem Elbdeich statt.
(© Landesamt für Archäologie)

Ausgrabungen am Elbedeich bei Weßnig (Landkreis Nordsachsen)

Im  Zuge der seit 2002 durchgeführten Elbdeichsanierungen durch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen ist für das Jahr 2011 die Erneuerung eines linksseitigen Deichabschnitts an der Elbe zwischen Weßnig und Kranichau (Landkreis Nordsachsen) vorgesehen. Vorbereitende archäologische Untersuchungen im Juni 2010 stießen auf der Luftseite des Deichs auf prähistorische Siedlungsbefunde. Die archäologische Erforschung läuft seit dem 4. Oktober 2010 und wird bis Weihnachten trotz widriger Verhältnisse abgeschlossen sein. Das neunköpfige Grabungsteam wird durch Mitarbeiter verstärkt, die in geförderten Maßnahmen der ARGE Nordsachsen in der Arbeitsstelle Belgern des LfA beschäftigt sind.
Entsprechend dem ausgewiesenen Baufeld und der festgestellten Befundverteilung wurde eine Fläche von ca. 200 x 10 m geöffnet. Wie Airborne-Laserscans der Elbaue zu erkennen geben, liegt die Fundstelle auf einem alten, etwa nordwest-südost ausgerichteten Uferwall. In seinem Südteil wurden in einem verhältnismäßig eng begrenzten Areal ein Grubenhaus und zahlreiche, bis zu 0,5 m tiefe Gruben mit flacher Sohle dokumentiert. Sie waren mit Brandresten und Siedlungsabfall verfüllt. Es konnten bislang zwei Siedlungsphasen erkannt werden, die ausweislich der vorläufig ansprechbaren Keramikfunde beide in die frühe vorrömische Eisenzeit (7./6. Jht. v. Chr.) datieren. Wie weitere, insbesondere geologische und mikrotopographische Untersuchungen zeigen, lagen die Befunde vermutlich in einer inselartigen Lage zwischen zwei schmalen, den Uferwall durchschneidenden Flussrinnen, die erst nach der Aufgabe der Siedlung durch natürliche Sedimentation verfüllt wurden, etliche Fundmaterialien enthalten und heute oberflächlich nicht mehr zu erkennen sind.

Bild: Profil einer Grube mit Auenlehmüberdeckung

Profil einer Grube mit Auenlehmüberdeckung 
(© Landesamt für Archäologie)

Am nördlichen Abhang des Uferwalls wurden einige sehr schlecht erhaltene Befunde dokumentiert, die ebenfalls in die frühe Eisenzeit datieren. Aufgrund umfangreicher Erosionsvorgänge sind die Befunde hier sehr stark zerstört; zahlreiche Funde sind in eine flache Senke verlagert. Über die Gesamtausdehnung und Struktur der Siedlung sind aufgrund der bauseitig vorgegebenen, begrenzten Grabungsfläche derzeit noch keine Aussagen möglich. Die festgestellte Siedlung ist bereits der vierte früheisenzeitliche Platz, der im Zuge der Deichbaumaßnahmen seit 2006 in der Elbaue des nordsächsischen Raumes festgestellt werden konnte. Damit zeichnet sich für diese Periode bereits jetzt eine besondere Intensität in der Erschließung dieses auf den ersten Blick eher ungünstigen Siedlungsraumes ab.

    Dr. Wolfgang Ender

    Referatsleiter Nordwestsachsen, Gebietsreferent Kreis Nordsachsen (Altkreis Torgau-Oschatz)

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