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DFG Projekte

Drei linienbandkeramische Brunnen aus dem Raum Leipzig

Bild

Brunnenhölzer von Eythra in bester Zimmermannsarbeit
(© Landesamt für Archäologie)

Rekonstruktion von Klima, Umwelt und Wirtschaftsweise im Altneolithikum und Untersuchung der Funde aus organischem Material.

Seit vorgeschichtlicher Zeit ist die Leipziger Bucht ein bevorzugter Siedlungsraum. In der Nähe der Ortschaft Eythra, südlich von Leipzig, wurde in den 90er Jahren eine altneolithische Siedlung ausgegraben, die sich über mindestens 25 ha erstreckte und nicht weniger als 250 Gebäude umfasste. Inmitten ihrer Bebauung lagen zwei 4,5 m tiefe Brunnen, deren untere Abschnitte sich über die Jahrtausende im feuchtem Zustand erhalten hatten. Dendrochronolgische Untersuchungen und Radiokarbonmessungen ergaben für die Brunnen Entstehungszeiten um 5090 v. Chr. , bzw. um 5.200 v. Chr. Neben Keramikgefäßen und Steinartefakten waren hier auch die Holzkonstruktionen der Schächte sowie Geräte und Behälter aus  organischem Material konserviert. Damit werden bislang unbekannte Aspekte des altneolithischen Lebens greifbar. 

Bild: Der Brunnen von Plaußig wurde mit samt der Verfüllung und umliegendem Erdreich als Block gehoben...

Der Brunnen von Plaußig wurde mit samt der Verfüllung und umliegendem Erdreich als Block gehoben... 
(© Landesamt für Archäologie)

Eine weitere Brunnenanlage wurde im Jahr 2002 bei Ausgrabungen auf dem BMW Werksgelände in Leipzig-Plaußig, im Osten der Stadt, entdeckt. Die dazugehörige Siedlung umfasste ca. 30 Häuser. Dieser Brunnen wurde im Laufe seiner Nutzung mindestens zweimal erneuert. Die vorläufige dendrochronolgische Untersuchung datiert die verwendeten Eichen-Hölzer in das Jahr 5.259/58 v. Chr. Damit ist dieser Brunnen sogar noch älter als das Pendant aus Erkelnz-Kückhoven.
Bild: ... und in Dresden in Detailarbeit freigelegt

... und in Dresden in Detailarbeit freigelegt 
(© Landesamt für Archäologie)

In den Brunnensedimenten sind eine Vielzahl von Säugetier- und Amphibienknochen sowie Insekten, Muscheln und Pollen vorzüglich erhalten. Dieses reiche Material wird Einblicke in Klima und Umwelt im 6. und 5. Jahrtausend v. Chr. ermöglichen.

Mit Hilfe der DFG sind die sächsischen Archäologen nun in der Lage, den Beginn der noch neuen Wirtschaftsweise mit Ackerbau und Viehzucht genauer zu untersuchen und die Anfänge der durch menschliche Eingriffe verursachten Landschaftsveränderungen zu erfassen.

Projektwissenschaftler:


Dr. Harald Stäuble

Dendrochronologie:

Dr. Michael Friedrich, Universität Hohenheim

Entomologie:

Frau dipl. Biol. Edith Schmidt, Freiburg

Holzbearbeitung:

Dr. Dietrich Hakelberg, Universität Freiburg

Makroreste, Materialbestimmung:

Dr. Ursula Maier, Landesdenkmalamt Baden-Württemberg

Parasitologie:

Dr. Matthieu le Bailly, Université de Reims

Zoologie:

Henriette Kroll, Dipl. Prähist., Landesamt für Archäologie Sachsen

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Ausstellungen

Bild: smac Logo

Sachsens Schaufenster der Archäologie

Kooperationsprogramm SN - CZ

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Bild: Logo Archaeomontan

ArchaeoMontan 2018 - Mittelalterlicher Bergbau in Sachsen und Böhmen

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Bild: Interreg Central Europe VirtualArch

Archäologische Gesellschaft in Sachsen e.V.

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Bild: Logo von Dresden Concept

Archäologische Denkmale im Projekt PEGASUS

LfA unterstützt das Programm »Pegasus – Schulen adoptieren Denkmale«

Bild: Biehla

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© Landesamt für Archäologie