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Sächsisches Denkmalschutzgesetz

Das Wichtigste in Kürze

[Bitte beachten Sie auch die wichtigen Hinweise in den Info-Boxen auf der rechten Seite!]

Nach dem »Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen«, dem Sächsischen Denkmalschutzgesetz (Sächs.DSchG) vom 03.03.1993 sind archäologische Nachforschungen genehmigungspflichtig. Dadurch soll sichergestellt werden, dass sowohl archäologische Funde als auch wichtige Fundzusammenhänge unzerstört bleiben und nicht als historische Quellen für Öffentlichkeit und Wissenschaft verloren gehen. Funde und Fundzusammenhänge müssen gemeldet werden.

§ 14 Genehmigungspflicht

2. Nachforschungen, insbesondere Grabungen, mit dem Ziel, Kulturdenkmale zu entdecken, bedürfen der Genehmigung der zuständigen Fachbehörde. § 13 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 bis 5 gilt entsprechend.

§ 20 Funde

1. Wer Sachen, Sachgesamtheiten, Teile oder Spuren von Sachen entdeckt, von denen anzunehmen ist, daß es sich um Kulturdenkmale handelt, hat dies unverzüglich einer Denkmalschutzbehörde anzuzeigen. Der Fund und die Fundstelle sind bis zum Ablauf des vierten Tages nach der Anzeige in unverändertem Zustand zu erhalten und zu sichern, sofern nicht die zuständige Landesbehörde für den Denkmalschutz mit einer Verkürzung der Frist einverstanden ist.

2. Anzeigepflichtig sind der Entdecker, der Eigentümer und der Besitzer des Grundstückes sowie der Leiter der Arbeiten, bei denen die Sache entdeckt wurde. Nimmt der Finder an den Arbeiten, die zu einem Fund geführt haben, aufgrund eines Arbeitsverhältnisses teil, so wird er durch die Anzeige an den Leiter oder Unternehmer der Arbeiten befreit.

3. Die Gemeinden sind verpflichtet, die ihnen bekannt werdenden Funde unverzüglich der zuständigen Landesoberbehörde für den Denkmalschutz mitzuteilen.

4. Die zuständige Landesoberbehörde für den Denkmalschutz oder ihre Beauftragten sind berechtigt, die Funde zu bergen, auszuwerten und zur wissenschaftlichen Bearbeitung in Besitz zu nehmen.

Die Anzeigenpflicht besagt, dass jeder, der auf archäologische Funde stoßen sollte, diese melden muß. Was passiert dann mit den Fundstücken? In Sachsen gilt die unzweideutige Regelung des »großen Schatzregals« (von lat. »regalis« = königlich, königliches Vorrecht).

§ 25 Schatzregal

1. Bewegliche Kulturdenkmale, die herrenlos oder so lange verborgen gewesen sind, dass ihr Eigentümer nicht mehr zu ermitteln ist, werden mit der Entdeckung Eigentum des Freistaates Sachsen und sind unverzüglich an die zuständige Landesoberbehörde für den Denkmalschutz zu übergeben.

2. Der Finder hat Anspruch auf eine angemessene Belohnung. Über die Höhe entscheidet die Landesoberbehörde für den Denkmalschutz im Einvernehmen mit der obersten Denkmalschutzbehörde.

Alle beweglichen archäologischen Kulturdenkmäler, deren Eigentümer nicht mehr ermittelt werden können, sind somit Eigentum des Freistaates Sachsen. Das Landesamt für Archäologie hat die Aufgabe, die Funde zu sichern, wenn nötig zu restaurieren und für die wissenschaftliche Auswertung und die Nachwelt zu bewahren. Der Öffentlichkeit werden die Funde durch Ausstellungen und Publikationen zugänglich gemacht und vorgestellt.

Die Bestimmungen wären nicht wirksam, wenn ihre Einhaltung nicht kontrolliert und Verstöße gegen sie juristisch geahndet würden. So ergeben sich  beim Verstoß gegen die hier erläuterten Vorschriften Straftatbestände und Ordnungswidrigkeiten, die entsprechend geahndet werden.

§ 35 Straftaten

Wer [...] 2. ohne die nach § 14 Abs. 2 erforderliche Genehmigung Grabungen mit dem Ziel Kulturdenkmale zu entdecken, durchführt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

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Der Wortlaut des Denkmalschutzgesetzes unter »Recht und Vorschriftenverwaltung REVOSax«

Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland

Hier finden Sie Informationen zu Denkmalschutzgesetzen in anderen Bundesländern.

Grundlagenpapier des Verbandes der Landesarchäologen zu
Bodendenkmalpflege und Metallsuchgeräten

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© Landesamt für Archäologie