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Archiv 2009

05.06.2009 - Baubegeleitende Grabungen in der Dresdner Schlossstraße

Bild

Holzunterbau aus Tannenstämmen mit einer bis 1 Meter starken Aufschüttung aus Flusskieseln.
(© Landesamt für Archäologie)

Älteste Funde datieren in die Frühzeit der Stadt

Bei den seit März 2009 durchgeführten Untersuchungen im Sanierungsgebiet Schlossstraße, Sporergasse, Schössergasse und Rosmaringasse konnten bisher  verschiedene Mauerstrukturen (Fundamente und Keller) aus dem späten Mittelalter bis in die Gründerzeit  nachgewiesen werden. Ein mit Sandstein überwölbter Regenwasserkanal aus der Mitte des 19. Jh. wurde in der Schloss- straße auf einer Länge von 130 Metern dokumentiert.

Auf den bislang ältesten Befund stießen die Archäologen in 3,70 m Tiefe. Es handelt sich um einen massiven Holzunterbau aus parallel verlegten, großen Tannenstämmen, auf dem sich eine mächtige, 0,70m bis 1m starke Kiesschüttung aus Flusskieseln befíndet. Die dendrochronologische Untersuchung erbrachte als Fälldatum der Bäume den Winter 1206/1207. Somit datiert die Konstruktion unmittelbar in die Zeit der urkundlichen Ersterwähnung der Stadt. Hier befand sich in früherer Zeit der sogenannte »Taschenberg Tümpel«, eine sumpfige Geländesenke. Offenbar diente der hölzerne Unterbau mit Kiesschüttung zur Befestigung des schwer passierbaren Geländes.

Bild: Mauern und Kellerbefunde vom Mittelalter bis zur Gründerzeit, Ecke Schlosstraße/Rosmariengasse.

Mauern und Kellerbefunde vom Mittelalter bis zur Gründerzeit, Ecke Schlosstraße/Rosmariengasse. 
(© Landesamt für Archäologie)

Dr. Thomas Westphalen

Leiter der Abteilung II - Archäologische Denkmalpflege, Stadtkernarchäologie: Bautzen, Dresden, Görlitz, Leipzig, Meißen, Pirna, Zittau

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